Nur um mal in Erinnerung zu rufen, was vor Monaten geschah: Ich schrieb einige Mails mit etwas kritischen Fragen an Personen aus dem Kreis der Esoterik-Branche. Hier und hier. Nachdem ich auf der Lebensfreude-Messe sogar mit einem Vertreter einer solchen Firma diesbezüglich sprach, bekam ich eine Mail, die eine ausführliche Antwort in einigen Tagen ankündigte. Kam noch immer nichts. Ich denke, es ist an der Zeit es als gegeben zu betrachten, dass keine Antworten auf diese Fragen existieren. Und dass die betreffenden Personen sich dessen wohl bewusst sein müssen.
Posts mit dem Label Esoterik-Anbieter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Esoterik-Anbieter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Samstag, 16. Oktober 2010
Sonntag, 11. April 2010
Akupunkturpunktmessung
Hier ist ein bekanntes kleines Experiment:
Man bekommt folgende vier Karten vorgelegt, und dazu gesagt: Jede Karte hat auf einer Seite eine Ziffer und auf einer einen Buchstaben. Ich behaupte, wenn auf einer Karte ein Vokal ist, befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite eine gerade Zahl.
Nun darf man zwei Karten umdrehen, und soll diese möglichst gut auswählen, um die Behauptung zu überprüfen.
Jeder Leser darf sich nun Gedanken dazu machen, ich berichte erstmal weiter von der Lebensfreude Messe. Ich wurde von einem Herrn an einem kleinen Stand angesprochen. Dort gab es zwei kleine Tische mit je einem Stuhl davor und dahinter, und ein für mich unidentifizierbares technisches Gerät auf jedem Tisch.
Nun darf man zwei Karten umdrehen, und soll diese möglichst gut auswählen, um die Behauptung zu überprüfen.Jeder Leser darf sich nun Gedanken dazu machen, ich berichte erstmal weiter von der Lebensfreude Messe. Ich wurde von einem Herrn an einem kleinen Stand angesprochen. Dort gab es zwei kleine Tische mit je einem Stuhl davor und dahinter, und ein für mich unidentifizierbares technisches Gerät auf jedem Tisch.
Der Mann bot mir an, eine kostenlose Messung des elektrischen Potentials an einem Akupunkturpunkt durchzuführen. Damit soll festzustellen sein, in welchem Gesundheitszustand verschiedene Organe sind, die über Meridiane mit diesem Akupunkturpunkt verbunden sind. Ich stellte mich dumm, und fragte, was ich mir unter einem elektrischen Potential denn vorstellen solle, und bekam erklärt, dass dieses durch den Körper, durch jede einzelne Zelle fließt. Ich fragte, ob das nicht einfach ein elektrischer Impuls ist, also ein Nervensignal. Nein, das wäre etwas anderes. Dann ging es um die Frage: Wenn jede Zelle ein solches Potential hat, und man die Sonde auf der Haut ansetzt, woher weiß man dann, dass man nicht das elektrische Potential der Hautzellen an dieser Stelle misst, statt die Auswirkung irgendwelcher Meridiane (die wissenschaftlich nicht nachgewiesen und, milde ausgedrückt, sehr unwahrscheinlich sind). Die Antwort lautete nur: Man misst nicht auf der Haut, sondern am Akupunkturpunkt.
Mit mehrmaligen Versuchen, zu erklären, dass der Akupunkturpunkt Bestandteil der Haut ist, kam ich nicht weiter; aber immerhin erfuhr ich, dass eine Messung an jedem anderen Punkt der Haut nicht möglich wäre, da ja nicht die Haut gemessen wird, sondern nur der Akupunkturpunkt.
Und das war genau das, worauf ich gewartet hatte: Eine an Ort und Stelle überprüfbare Aussage! Als der Herr mir daraufhin erneut das Angebot einer kostenfreien Messung dieser Art machte, konnte ich sagen: „Okay, ich schlage folgendes vor: Da ich nicht glaube, dass das funktioniert, machen wir jetzt zwei Messungen. Eine an dem von Ihnen genannten Akupunkturpunkt, eine an einer Hautstelle, die ich bestimme.“
Ich paraphrasiere den nun folgenden Dialog:
„Nein, das mache ich nicht.“
„Warum denn nicht?“
„Das gibt keinen Sinn, da kommt nichts raus.“
„Inwiefern kommt da nichts raus?“
„Da kann man gar nichts messen.“
„Genau darum geht es mir; wenn Ihr Gerät am Akupunkturpunkt etwas misst, woanders nicht, dann zeigt das, dass die Technik funktioniert.“
„Da muss ich nichts messen, ich weiß, dass da nichts passiert.“
„Aber ich weiß das nicht, und sie könnten es mir beweisen.“
„Das ist sinnlos, da was messen zu wollen.“
„Nun, der Sinn wäre, mir genau dies zu demonstrieren. Ich glaube nicht, dass Ihre Methode funktioniert. Aber wenn Sie mir jetzt vorführen, dass Sie ein elektrisches Potential an einem Akupunkturpunkt messen können, und an einer anderen Hautstelle nicht, dann werde ich glauben, dass da was dran ist.“
„Das ist Sinnlos.“
„Der Sinn wäre es, mich zu überzeugen.“
„Ich muss hier nichts vorführen! Gehen Sie zu Ihrem Heilpraktiker, da können Sie das gerne ausprobieren. Es gibt genug Heilpraktiker, die so ein Gerät haben.“
Im Folgenden versuchte ich noch herauszubekommen, mit wem ich eigentlich gesprochen habe, aber auf alle Fragen nach Namen der Firma oder wo sie ansässig sei bekam ich nur ausweichende Antworten, das wäre gar nicht nötig zu wissen, ich solle mich an Hamburger Heilpraktiker wenden.An dem Stand selber war nichts diesbezüglich konkret auszumachen. Es gab ein Logo mit der Buchstabenkombination „EST“, aber nichts eindeutiges, wofür sie steht. Eine Aufschrift „LedMag-1500“, anscheinend das Testgerät, von dessen Kauf oder auch nur seiner Verwendung ich nun nur abraten kann. Und die Technik selber wurde im Gespräch als „Messung nach Dr. Voll“ bezeichnet, aufgrund der beharrlichen Weigerung, sie zu demonstrieren, vermute ich, dass sie etwa so viel taugt wie eine massive Granit-Schwimmweste. Bei vorsichtigster Betrachtung muss man jedenfalls davon ausgehen, dass bis zum Beweis des Gegenteils hier von einem Angebot auszugehen ist, das einem für viel Geld nichts bietet, als einem Sand in die Augen zu streuen.
Und jetzt erkläre ich das Experiment am Beginn dieses Berichtes. Hier sind die Karten inklusive ihrer, darunter abgebildeten, Rückseiten:
Viele Menschen entscheiden sich, die erste und die dritte Karte von links umzudrehen. Die Zweite Karte umzudrehen ist offensichtlich sinnlos, man sieht einen Konsonanten, und die zu überprüfende Aussage (eine Karte mit Vokal auf der einen Seite hat auf der anderen Seite eine gerade Zahl) kann sich gar nicht darauf beziehen. Die dritte Karte ist für den Test geeignet, würde man sie umdrehen und eine ungerade Zahl sehen, wäre die Aussage widerlegt, ansonsten hätte man zumindest ein Beispiel für die Gültigkeit. Die Wahl zwischen der ersten und der letzten Karte ist der Knackpunkt, die beiden anderen Karten dienen nur dazu, es nicht allzu durchsichtig zu machen, worum es geht. Mit der ersten Karte lässt sich die Aussage gar nicht überprüfen, denn diese besagt nicht, dass NUR ein Vokal von einer geraden Zahl begleitet werden darf. Sie umzudrehen erhöht meinen Informationsstand diesbezüglich nicht, bestenfalls komme ich zu einem weiteren Beispiel, das sich nach der Regel zu richten scheint. Aber die vierte Karte, die bietet den wahren Test dafür. Darauf ist eine ungerade Zahl, also darf dort eigentlich kein Vokal auf der Rückseite stehen. Und trotzdem entscheiden sich mehr Leute für die erste als für die vierte Karte.
Warum ist das so? Ich vermute, weil Menschen mehr dazu tendieren, Bestätigung als Widerlegung zu suchen. Und weil viele die Vorstellung haben, eine genügend hohe Anzahl von Beispielen belegt eine Regel; dabei ist die Abwesenheit von Gegenbeispielen das viel wichtigere Kriterium. Anscheinend ist das nicht jedem klar, sie denken, dass Ausnahmen wenig besagen, da sie die Regel bestätigen. Falsch. Tun sie nicht. Taten sie nie und werden es nie tun. Und wer, wie ich, diesen alten Spruch schon viel zu oft gehört hat, der sollte sich seine Herkunft vor Augen halten:
Und das war genau das, worauf ich gewartet hatte: Eine an Ort und Stelle überprüfbare Aussage! Als der Herr mir daraufhin erneut das Angebot einer kostenfreien Messung dieser Art machte, konnte ich sagen: „Okay, ich schlage folgendes vor: Da ich nicht glaube, dass das funktioniert, machen wir jetzt zwei Messungen. Eine an dem von Ihnen genannten Akupunkturpunkt, eine an einer Hautstelle, die ich bestimme.“
Ich paraphrasiere den nun folgenden Dialog:
„Nein, das mache ich nicht.“
„Warum denn nicht?“
„Das gibt keinen Sinn, da kommt nichts raus.“
„Inwiefern kommt da nichts raus?“
„Da kann man gar nichts messen.“
„Genau darum geht es mir; wenn Ihr Gerät am Akupunkturpunkt etwas misst, woanders nicht, dann zeigt das, dass die Technik funktioniert.“
„Da muss ich nichts messen, ich weiß, dass da nichts passiert.“
„Aber ich weiß das nicht, und sie könnten es mir beweisen.“
„Das ist sinnlos, da was messen zu wollen.“
„Nun, der Sinn wäre, mir genau dies zu demonstrieren. Ich glaube nicht, dass Ihre Methode funktioniert. Aber wenn Sie mir jetzt vorführen, dass Sie ein elektrisches Potential an einem Akupunkturpunkt messen können, und an einer anderen Hautstelle nicht, dann werde ich glauben, dass da was dran ist.“
„Das ist Sinnlos.“
„Der Sinn wäre es, mich zu überzeugen.“
„Ich muss hier nichts vorführen! Gehen Sie zu Ihrem Heilpraktiker, da können Sie das gerne ausprobieren. Es gibt genug Heilpraktiker, die so ein Gerät haben.“
Im Folgenden versuchte ich noch herauszubekommen, mit wem ich eigentlich gesprochen habe, aber auf alle Fragen nach Namen der Firma oder wo sie ansässig sei bekam ich nur ausweichende Antworten, das wäre gar nicht nötig zu wissen, ich solle mich an Hamburger Heilpraktiker wenden.An dem Stand selber war nichts diesbezüglich konkret auszumachen. Es gab ein Logo mit der Buchstabenkombination „EST“, aber nichts eindeutiges, wofür sie steht. Eine Aufschrift „LedMag-1500“, anscheinend das Testgerät, von dessen Kauf oder auch nur seiner Verwendung ich nun nur abraten kann. Und die Technik selber wurde im Gespräch als „Messung nach Dr. Voll“ bezeichnet, aufgrund der beharrlichen Weigerung, sie zu demonstrieren, vermute ich, dass sie etwa so viel taugt wie eine massive Granit-Schwimmweste. Bei vorsichtigster Betrachtung muss man jedenfalls davon ausgehen, dass bis zum Beweis des Gegenteils hier von einem Angebot auszugehen ist, das einem für viel Geld nichts bietet, als einem Sand in die Augen zu streuen.
Und jetzt erkläre ich das Experiment am Beginn dieses Berichtes. Hier sind die Karten inklusive ihrer, darunter abgebildeten, Rückseiten:
Viele Menschen entscheiden sich, die erste und die dritte Karte von links umzudrehen. Die Zweite Karte umzudrehen ist offensichtlich sinnlos, man sieht einen Konsonanten, und die zu überprüfende Aussage (eine Karte mit Vokal auf der einen Seite hat auf der anderen Seite eine gerade Zahl) kann sich gar nicht darauf beziehen. Die dritte Karte ist für den Test geeignet, würde man sie umdrehen und eine ungerade Zahl sehen, wäre die Aussage widerlegt, ansonsten hätte man zumindest ein Beispiel für die Gültigkeit. Die Wahl zwischen der ersten und der letzten Karte ist der Knackpunkt, die beiden anderen Karten dienen nur dazu, es nicht allzu durchsichtig zu machen, worum es geht. Mit der ersten Karte lässt sich die Aussage gar nicht überprüfen, denn diese besagt nicht, dass NUR ein Vokal von einer geraden Zahl begleitet werden darf. Sie umzudrehen erhöht meinen Informationsstand diesbezüglich nicht, bestenfalls komme ich zu einem weiteren Beispiel, das sich nach der Regel zu richten scheint. Aber die vierte Karte, die bietet den wahren Test dafür. Darauf ist eine ungerade Zahl, also darf dort eigentlich kein Vokal auf der Rückseite stehen. Und trotzdem entscheiden sich mehr Leute für die erste als für die vierte Karte.Warum ist das so? Ich vermute, weil Menschen mehr dazu tendieren, Bestätigung als Widerlegung zu suchen. Und weil viele die Vorstellung haben, eine genügend hohe Anzahl von Beispielen belegt eine Regel; dabei ist die Abwesenheit von Gegenbeispielen das viel wichtigere Kriterium. Anscheinend ist das nicht jedem klar, sie denken, dass Ausnahmen wenig besagen, da sie die Regel bestätigen. Falsch. Tun sie nicht. Taten sie nie und werden es nie tun. Und wer, wie ich, diesen alten Spruch schon viel zu oft gehört hat, der sollte sich seine Herkunft vor Augen halten:
Die Ausnahme bestätigt die Regel:Jedenfalls führte man mir genau dieses Phänomen auf der Messe vor: Völlige, sogar schon fast aufdringliche, Bereitschaft zum Vorführen eines Beispiels, aber strikte Ablehnung eines wirklichen Tests, der zu einem Gegenbeispiel führen könnte. Ob das in obigem Fall nun daran lag, dass der Messeteilnehmer wirklich keinen Sinn in so einem Versuch erkennen konnte, oder er sehr wohl wusste, was passieren würde, das sei dahingestellt. Entscheidend ist vielmehr, dass die Besucher einer Esoterikmesse sich offenbar in der Regel mit dem Vorführen von sorgfältig selektierten Beispielen zufrieden geben, statt kritisch zu hinterfragen.
Abgeleitet vom lateinischen exceptio probat regulam in casibus non exceptis („Die Ausnahme bestätigt die Regel in den nicht ausgenommenen Fällen.“). Verwendet in Ciceros Verteidigung Lucius Cernelius Balbus Maiors, in welcher Cicero argumentierte, wenn eine Ausnahme eine Handlung illegal mache, sei diese Handlung in den Fällen, die nicht von der Ausnahme betroffen sind, als gesetzlich zu bewerten.
Labels:
Denkfehler,
Esoterik,
Esoterik-Anbieter,
Pseudowissenschaft
Lebensfreude Wasser auf der Lebensfreude Messe
Nun will ich mal beginnen, meine Erlebnisse auf der Lebensfreude Messe zu schildern. Vielleicht zum Anfang ein paar Worte dazu, wie man mit mir umging. Sehr höflich, wie ich bereits schrieb. Ich deutete das als ein gutes Zeichen in Richtung: Die Menschen dort sind wirklich von ihren Angeboten überzeugt. Eine kluge Frage einer Freundin lässt mich nun auch wieder in Zweifel geraten...(ja, ich schwanke hin und her, aber das ist mein Prinzip: eine Meinung stets als vorläufig aufzufassen, um sie neugewonnener Information anzupassen). Sie fragte mich, was denn die Aussteller über mich dachten, insbesondere, ob sie mich vielleicht für einen Journalisten hielten. Da fiel mir erst auf, dass ich immer wieder gefragt wurde, was ich denn von Beruf sei, sobald es ans Eingemachte ging. Haben die Angst vor Journalisten mit kritischen Fragen?
Wie dem auch sei, ich erzähle nun vom Stand des Lebensfreude Wassers.
Als ich das erste mal diesen Stand im Foyer des Veranstaltungsortes sah, war ich zunächst überrascht, wie schlicht und simpel er aufgebaut war. Ein Tisch an der Wand, darauf einige laminierte Bögen Papier, überwiegend mit den Texten der Website gefüllt. Und ein Stapel Wasserkartons, etwa acht bis zehn. Keine großen Tafeln, keine Broschüren oder Flyer zum mitnehmen, vielleicht der schlichteste, um nicht zu sagen amateurhafteste Stand der ganzen Messe. Der ausgerechnet das Produkt des Messeveranstalters anbietet. So unscheinbar, dass ich beim ersten vorbeigehen ihn gar nicht bemerkte. Wohlgemerkt, nicht nur nicht identifizierte, sondern gar nicht bemerkte. Es sah einfach nicht nach einem Messestand aus.Ein junger Mann stand dort herum und schien zu dem Stand zu gehören, und als ich näher an den Tisch trat und einen Blick auf die Unterlagen dort warf, sprach er mich an, was in meiner Absicht lag. Es erweckt einen harmloseren Eindruck, wenn man derjenige ist, der angesprochen wird, und nicht der, der die Initiative ergreift. So konnte ich einige Fragen zum Aufwärmen Stellen: Wo denn diese Quelle eigentlich ist und ähnliches.
Auf diese Fragen bekam ich auch Antworten, aber viele kamen dann nicht mehr. So fiel mir zum Beispiel eine Tabelle auf, die ich noch nicht kannte, und mit der ich rein gar nichts anfangen konnte, weil die Beschriftung der y-Achse unleserlich klein war, die x-Achse überhaupt nicht beschriftet. Da konnte der Junge Mann mir auch nicht weiterhelfen, er verwies mich auf einen Herrn Landschulze, der eine halbe Stunde später wieder am Stand sein sollte. Dann fragte ich noch nach der Bedeutung der Abkürzung TDS im dort ausliegenden Text:
Eine wichtige Aufgabe von Wasser ist auch, den Körper von Schadstoffen frei zu spülen und Ablagerungen heraus zu transportieren. Diese Aufgabe kann Wasser am besten erfüllen, wenn es wenige Mineralien enthält. Lebensfreude WASSER zeichnet sich durch einen geringen Anteil an gelösten Mineralien (130 TDS) aus. Es ist insbesondere sehr natriumarmDas konnte er mir auch nicht beantworten und ebenso wenig, wie hoch der Natriumgehalt ist; letzteres ergab sich dann noch bei meinem zweiten Besuch des Standes, da schaute er auf der Packung nach. Ich wurde erneut auf Herrn Landschulze verwiesen, aber die Frage nach den TDS schien in seinem Kopf immer noch herumzukreisen, er blickte auf den Text und sagte mir, es handelt sich um eine Abkürzung für „Tausend“.
Ich verabschiedete mich mit dem Hinweis, ich würde vielleicht später noch einmal vorbeischauen und ging; sprach mit einigen weiteren Ausstellern, worüber ich ein andermal berichten werde, und kam etwa eine Stunde später wieder vorbei.
Inzwischen war Herr Landschulze anwesend. Dieser versicherte mir, sich Jahrelang mit dem Thema Wasser beschäftigt zu haben, also schien er mein richtiger Ansprechpartner. Die Abwesenheit der x-Achsenbeschriftung der Tabelle erklärte er mir damit, dass der Text nicht mehr auf die Seite gepasst hätte, die fehlenden Angaben sind die Wasserquellen, auf die sich die einzelnen Spalten beziehen. Sogar ich war dann allerdings erstaunt, dass keine der Spalten für das dort angebotene Wasser stand.
Ich sprach ihn auf das „TDS“ an, und er wusste, dass es die Abkürzung für total dissolved solids war, aber anscheinend auch nicht so recht, was diese Abkürzung wirklich bedeutet. Jedenfalls war es nötig, ihn darauf aufmerksam zu machen, dass keine Maßeinheit in dem Begriff enthalten ist, so dass die Zahl davor keinen Sinn gibt.
Schließlich fragte ich nach diesem Passus
Das Lebensfreude WASSER reagierte auf 181 von 200 verwendeten Frequenzwerten im Bereich von 0,5 bis 100 Hertz. Es hat damit ein sehr breites Wirkungsspektrum, das das Wohlbefinden steigern und eventuelle Befindlichkeitsstörungen reduzieren, oder sogar beheben kannund ob er mir Vergleichswerte nennen kann. Was zum Beispiel ein Wert für Leitungswasser wäre. Er sagte, den wüsste er nicht. Und als ich dann fragte, ob der Wert also alles mögliche sein könnte, zum Beispiel 10, oder auch 195, bekam ich zur Antwort: Das kann schon sein...aber wohl eher 10. Um das noch mal ganz klar zu sagen: Er behauptete, eine Reaktion auf viele Frequenzen würde positive Eigenschaften von Wasser belegen, sein Wasser würde auf viele reagieren, wäre folglich sehr gut; aber er weiß nicht wirklich, ob Leitungswasser schlechter oder besser abschneiden würde.
An dieser Stelle offenbarte ich mich als der Absender der neulich hier veröffentlichten mail und überreichte ihm einen Ausdruck. Er sah sie, sagte, er hätte davon gehört, und es ergab sich ein etwas durcheinander laufendes Hin und Her von Argumenten, die ich selber nicht mehr aus dem Gedächtnis nachvollziehen kann. Aber auf mehrmaliges Anfragen meinerseits, wer er denn eigentlich ist, welche Funktion er innehat, bekam ich nur ausweichende Antworten. Er gab sich alle Mühe, alle Aussagen zu vermeiden, die in irgendeiner Form als offizielle Stellungnahme einer Firma interpretiert werden könnten. Jedenfalls wurde mir versichert, ich würde auf meine mail ein Antwortschreiben erhalten.
Dann verließ ich die Messe. Leider muss ich gestehen, dass meine Vorbereitungen für den Tag zu wünschen übrig ließen, denn erst Stunden später fand ich auf der Veranstalterwebsite folgende Vortragsankündigung der Lebensfreude Messe Kiel im Oktober 2009:
Raum 3 Peter Landschulze Lebensfreude zum Trinken - das neue Lebensfreude-Wasser – Trink Dich Frisch!Wenn es sich bei dem hier genannten Herrn Landschulze um den gleichen handelt, und dafür spräche doch einiges, so frage ich mich, was der in einem Vortrag dazu groß erzählen kann, wenn es ihm nicht gelang, mir gegenüber einen Vorteil zu Leitungswasser zu nennen. Das versuche ich noch herauszubekommen. Ebenso, ob es sich dabei um den Peter Landschulze handelt, der Geschäftsführer der AquaLife GmbH in Buchholz ist. Der Name dieser Firma lässt einen Bezug zu esoterischen Angeboten wie dem Lebensfreude Wasser zumindest zu. Aber auch da kann ich bis jetzt nur mutmaßen. Wie viele Peter Landschulzes mag es in Deutschland wohl geben...?
Labels:
Esoterik,
Esoterik-Anbieter,
Pseudowissenschaft
Samstag, 10. April 2010
Auf der Lebensfreude Messe
Heute begab ich mich auf die Lebensfreude Messe, was sicherlich Material für noch so manche Mitteilung hier liefert, sobald ich die Zeit dazu finde.
Doch hier und jetzt möchte ich erst mal nur einige wenige Feststellungen treffen.
Zunächst: ich klassifiziere Anbieter esoterischer Waren und Dienstleistungen ja als definitionsgemäß in einer der folgenden Gruppen:
1.) Angebote, die sinnvoll sind, obwohl ich nicht nachvollziehen kann, auf welche Weise sie das zustande bringen sollen.
2.) Angebote, die aus fester Überzeugung von ihrer Wirkung durch gutgläubige Händler und Dienstleister gemacht werden, welche zwar keinen Effekt haben, aber ohne dass es diesen Anbietern bewusst ist. Diese Anbieter wären dann zugleich Opfer und Täter des Esoterikmarktes.
3.) Angebote, von denen diejenigen, die sie verbreiten, genau wissen, dass sie Humbug sind; aber die aus rein finanziellen Gründen trotzdem auf dem Markt verbreitet werden.
Der Besuch auf dieser Messe weckte in mir den Eindruck, dass die zweite Gruppe weit größer ist, als ich bisher vermutete. Der Großteil der dort als Aussteller agierenden Gesprächspartner, auf die ich stieß, schien mir in diese Kategorie zu gehören. Und sie waren allesamt relativ Gesprächsbereit und höflich in der Reaktion auf meine bohrenden Fragen.
Insbesondere muss ich meine Meinung über die Vertretern des Lebensfreude Wassers korrigieren, von denen ich mir fast sicher war, dass sie in die Kategorie 3 gehören; alles, was ich dort wahrnahm erweckte den Eindruck, dass sie in die zweite Gruppe gehören, wenn die beiden Personen, mit denen ich sprach, repräsentativ sind.
Vor allem aber wurde ich veranlasst, meine Ansicht in einem konkreten Kritikpunkt zu ändern, und teilte das auch umgehend der Firma Lebensfreude Messen mit, in folgender e-mail:
Meine sonstigen Fragen blieben aber unbeantwortet, und ich werde demnächst ausführlicheres berichten.
Doch hier und jetzt möchte ich erst mal nur einige wenige Feststellungen treffen.
Zunächst: ich klassifiziere Anbieter esoterischer Waren und Dienstleistungen ja als definitionsgemäß in einer der folgenden Gruppen:
1.) Angebote, die sinnvoll sind, obwohl ich nicht nachvollziehen kann, auf welche Weise sie das zustande bringen sollen.
2.) Angebote, die aus fester Überzeugung von ihrer Wirkung durch gutgläubige Händler und Dienstleister gemacht werden, welche zwar keinen Effekt haben, aber ohne dass es diesen Anbietern bewusst ist. Diese Anbieter wären dann zugleich Opfer und Täter des Esoterikmarktes.
3.) Angebote, von denen diejenigen, die sie verbreiten, genau wissen, dass sie Humbug sind; aber die aus rein finanziellen Gründen trotzdem auf dem Markt verbreitet werden.
Der Besuch auf dieser Messe weckte in mir den Eindruck, dass die zweite Gruppe weit größer ist, als ich bisher vermutete. Der Großteil der dort als Aussteller agierenden Gesprächspartner, auf die ich stieß, schien mir in diese Kategorie zu gehören. Und sie waren allesamt relativ Gesprächsbereit und höflich in der Reaktion auf meine bohrenden Fragen.
Insbesondere muss ich meine Meinung über die Vertretern des Lebensfreude Wassers korrigieren, von denen ich mir fast sicher war, dass sie in die Kategorie 3 gehören; alles, was ich dort wahrnahm erweckte den Eindruck, dass sie in die zweite Gruppe gehören, wenn die beiden Personen, mit denen ich sprach, repräsentativ sind.
Vor allem aber wurde ich veranlasst, meine Ansicht in einem konkreten Kritikpunkt zu ändern, und teilte das auch umgehend der Firma Lebensfreude Messen mit, in folgender e-mail:
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich habe heute auf der Lebensfreude Messe mit einem Herrn über Ihr Wasser gesprochen, und auch wenn er zu den meisten meiner Fragen keine Antwort liefern konnte, so weckte er in einem Punkt zumindest meine Zweifel; ich überprüfte meine eigenen Informationen, und kam zu dem Schluss, dass ich mich betreffs artesischer Quellen wohl doch insofern im Unrecht befand, als dass diese tatsächlich existieren, und Wasser nicht nur in Brunnen artesisch an die Oberfläche tritt. Betrachten Sie die Frage nach der Herkunft aus Brunnen bzw. Quelle damit als überflüssig, ohne dass sich das auf meine Fragen in anderen Zusammenhängen auswirkt.
Mit freundlichen Grüßen, Herbert Hartmann
Meine sonstigen Fragen blieben aber unbeantwortet, und ich werde demnächst ausführlicheres berichten.
Labels:
Briefe an Esoteriker,
Esoterik,
Esoterik-Anbieter
Donnerstag, 8. April 2010
Lebensfreude und Kommerz
Vom 9. bis 11. April findet in Hamburg im CCH die Lebensfreude Frühjahrsmesse statt.
Ich bin sehr versucht, mich als Besucher dorthin zu begeben, denn aufgrund der Informationen, die ich der Lebensfreude Website entnehmen konnte, scheint sich dort der deutsche Esoterikmarkt hochkonzentriert zu präsentieren, was in meinen Augen einen nicht zu vernachlässigenden Unterhaltungswert verspricht. Wer wäre nicht neugierig darauf, was unter einem „Wellness-Schwert“, wie es ein Aussteller dort anbieten will, zu verstehen ist?
Leider kann das aber keine ungetrübte Unterhaltung darstellen, dazu nehme ich das Thema zu ernst. Was auch immer an esoterischen Produkten und Dienstleistungen angeboten wird, es muss in eine von drei Kategorien fallen:
1.) Angebote, die sinnvoll sind, obwohl ich nicht nachvollziehen kann, auf welche Weise sie das zustande bringen sollen.
2.) Angebote, die aus fester Überzeugung von ihrer Wirkung durch gutgläubige Händler und Dienstleister gemacht werden, welche zwar keinen Effekt haben, aber ohne dass es diesen Anbietern bewusst ist. Diese Anbieter wären dann zugleich Opfer und Täter des Esoterikmarktes.
3.) Angebote, von denen diejenigen, die sie verbreiten, genau wissen, dass sie Humbug sind; aber die aus rein finanziellen Gründen trotzdem auf dem Markt verbreitet werden.
Ich habe sehr den Eindruck, dass die beiden letztgenannten Kategorien den Großteil dessen ausmachen werden, was diese Messe zu bieten haben wird.
Da es mir im Vorfeld unmöglich ist, mich über die Unzahl von Anbietern ausführlich zu informieren, schaute ich mir ein Produkt, welches vom Veranstalter der Messe selber vertrieben wird, etwas näher an. Die erste der oben genannten Möglichkeiten kann ich für das Lebensfreudewasser (Link zur Website) nun mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen.Der Text, der dort zur Beschreibung des Wassers veröffentlicht wurde, wirft bei mir nur Fragen auf.
(Nachträglich möchte ich meinen Eindruck revidieren, siehe diesen Post)
Es gibt eine Reihe von Techniken, die gerne benutzt werden, um esoterisches Gedankengut in der Öffentlichkeit positiv darzustellen. Zum Beispiel, sich auf Experten zu berufen (die jedoch häufig nur in Esoterikerkreisen als solche gelten, wer überprüft das schon?); Experten aus anderen Gebieten zu zitieren, die von der Materie auch nicht mehr Ahnung haben, als jeder x-beliebige Laie, von denen man sich aber erhofft, dass sie den Eindruck erwecken, sie würden als Fachleute der Esoterik sprechen (der gleiche Grund, warum immer wieder gerne Prominente in der Werbung eingesetzt werden); deplazierter Einsatz von Reizworten mit positiver Konnotation (je unnatürlicher eine Sache ist, desto lieber wird sie als „natürlich“ bezeichnet, und „ganzheitlich“ bedeutet in der Regel, dass fast alles, das die Menschheit an Fakten erfahren hat, ausgeklammert werden muss); die Verwendung von Worten und Formulierungen, die einfach ad hoc frei erfunden werden, bei näherer Betrachtung keinen Inhalt haben, und deswegen auch nicht widerlegbar sind. Und dann natürlich noch der gezielte Einsatz von weiteren Trugschlüssen, wie zum Beispiel des ad populum-Argumentes (ich habe Recht, weil so viele Leute meiner Meinung sind) oder des Arguments der negativen Konsequenz (wenn ich mich irre, wäre das unangenehm für uns alle, also irre ich mich nicht).
Ob und inwieweit bei der Vorstellung dieses Lebensfreude Wassers solche Methoden verwendet werden ist etwas, das jeder für sich selber entscheiden kann. Ich für meinen Teil fand eine Adresse, an die man Fragen richten soll, und schickte unten wiedergegebene Mail ab, in der ich die wichtigsten meiner Zweifelsgründe ansprach.
Meine Mail:
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich bin sehr erfreut, auf Ihrer Homepage bei dem Angebot Ihres Lebensfreude Wassers eine Möglichkeit und Aufforderung zum Erfragen weiterer Details vorzufinden.
Insbesondere, da ich gleich offen zugeben will, dass ich äußerst skeptisch bin, was die beschriebenen Eigenschaften dieses Wassers betrifft. Aber genau deswegen schreibe ich Ihnen ja, um Ihnen die Möglichkeit zu geben, meine Zweifel aus der Welt zu schaffen.
Sie schreiben:
Was habe ich hier unter „Energieniveau“ zu verstehen? Um welche Form von Energie soll es sich handeln, mit welcher Methode wird sie gemessen? Können Sie mir einen quantitativen Vergleich mit dem „Energieniveau“ anderer Wasser nennen? Und nicht zuletzt: Inwiefern spielt hier die Sonnenenergie eine Rolle, da doch die Sonne in den letzten 100 Millionen Jahren nicht ausschließlich auf die Alpen schien, sondern auf die ganze Erde, und im Schnitt, zumindest auf alle Orte ähnlicher geographischer Breite, vergleichbar intensiv? Mir scheint die Höhe der Alpen und die dadurch geringere Dicke der darüberliegenden Atmosphäre die einzige denkbare Interpretation. Können Sie mir dies bestätigen?
Sie schreiben:
Statt einer näheren Erklärung beziehen Sie sich auf ein vorausgesetztes Verständnis für den „Rhythmus des Wassers“; darüber verfüge ich nicht, und habe auch nicht die geringste Vorstellung, was gemeint sein könnte. Was ist der „Rhythmus des Wassers“?
Desweiteren bin ich verwirrt durch die Verwendung des Begriffs „freiwillig“: Unterstellen Sie dem Wasser einen freien Willen? Und inwiefern kann von freiwillig die Rede sein, da in einem artesischen Brunnen das Wasser durch Druck nach dem Prinzip der kommunizierenden Gefäße zur Oberfläche gelangt? Mir scheint es nach den Gesetzen der Physik keine andere Wahl zu haben, also sehe ich nicht, wie dies freiwillig geschehen kann.
In diesem Zusammenhang möchte ich Sie bitten, auch folgendes klarzustellen: Soweit ich informiert bin, dringt Wasser artesisch nur in künstlich angelegten Brunnen an die Oberfläche. Zum einen schränkt das die „Freiwilligkeit“ noch weiter ein, da ein Eingriff durch den Menschen notwendig ist, das Wasser also nicht völlig auf natürlichem Weg zutage tritt; zum anderen verwenden Sie den Begriff „Quelle“, um die Herkunft des Wassers zu bezeichnen. Stammt es nun aus einem Brunnen oder einer Quelle?
Abgesehen von der genauen Bedeutung des Wortes „freiwillig“: Da mir „reifes Wasser“ nicht genügend definiert erscheint, lassen Sie mich fragen: Ist diese Freiwilligkeit des Wassers eine notwendige Voraussetzung für „reifes Wasser“? Oder gar eine ausreichende? Ebenso umgekehrt, ist also die Freiwilligkeit die Folge der Reife oder die Reife Folge der Freiwilligkeit?
Im Allgemeinen spricht man bei Eigenschaften nicht davon, dass sie aufgenommen und gespeichert werden; diese Verben beziehen sich eher auf Information. Daher meine Frage: Verändert das Wasser Ihrer Ansicht nach tatsächlich seine Eigenschaften? Im Sinne von: Verändern die Wassermoleküle ihre Qualität, ohne sich chemisch zu verändern und damit aufzuhören, Wasser zu sein? Ihre Worte scheinen mir dies anzudeuten, vorstellen kann ich mir das jedoch nur schwer.
Sie schreiben:
Wäre mit Ihrer Argumentation diesbezüglich nicht destilliertes Wasser zu empfehlen?
Wie hoch ist der Natriumanteil genau?
Die Formulierung „Anteil an gelösten Mineralien (130 TDS)“ scheint mir erklärungswürdig. Da ich kein Chemiker bin, lassen Sie mich bitte meine Interpretation darstellen, mit der Bitte um Korrektur, sollte ich mich irren. TDS steht für „total dissolved solids“, ist also inhaltsidentisch mit „Anteil an gelösten Mineralien“. Das würde bedeuten, dass der Wert 130 ohne Maßeinheit angegeben wird. Es entspricht in etwa einer Aussage wie „das Gewicht dieses Objektes beträgt 130“, ohne zu sagen, ob sich diese Zahl auf Gramm, Kilogramm, Pfund, Zentner, metrische Tonnen, Unzen oder sonst eine Maßeinheit bezieht. Technisch gesehen würde Ihre Aussage, immer unter der Voraussetzung, dass ich mich nicht irre, frei von jedem Inhalt sein. Meine Frage nun: obwohl ich davon ausgehe, dass Sie vermutlich 130 mg/Liter meinen, wäre von einem Vertreiber von Mineralwasser nicht zu erwarten, dass so ein Fehler vermieden werden kann? Und ist, so es denn ein Fehler sein mag, dies (ähnlich wie die gegebenenfalls stattgefundene Verwechslung von „Quelle“ und „Brunnen“) nicht ausreichend Grund, an der Seriosität beziehungsweise der Fachkenntnis eines Anbieters zu zweifeln?
Sie schreiben weiter:
Was ist ein Rotationsschwingungsmuster?
Da eine Suche mit Google.de auf lediglich zwei Nennungen dieses Begriffes stieß, kann ich nicht davon ausgehen, dass man dieses Wort als allgemein üblich betrachten kann, und deswegen besteht eine erhöhte Notwendigkeit, klar darzustellen, was das Wort in Ihren Augen besagt. (Um auf einen Vergleichswert zu kommen habe ich, ohne auf die Tastatur zu blicken, einige zufällige Buchstabenkombinationen in Google eingegeben, um die Anzahl der gefundenen Ergebnisse mit der für Rotationsschwingungsmuster zu vergleichen. Die kleinste Anzahl von Treffern erzielte ich bei „djjzj“ mit 485, die höchsten befanden sich im fünfstelligen Bereich.) Sollte dieses Wort keine allgemein gültige Definition haben, muss ich auch diese Aussage leider als inhaltslos betrachten.
Im übrigen würde mich interessieren, welche Information das Wasser genau tragen soll und durch welchen Mechanismus sich diese Information auswirken kann. Selbst wenn das Wasser eine Information trägt, was ich offen gesagt bezweifle, aber um der Argumentation willen hier als gegeben annehme, wie wirkt sie sich aus? Ich kann zum Beispiel in die Butterschicht eines Butterbrotes Worte ritzen, somit eindeutig nachweisbare Information darauf übertragen, ohne dass ich deswegen davon ausgehen muss, dass der Nährwert oder sonstige biologische Auswirkungen davon betroffen sind und verändert werden. Täte ich dies, so würde ich an Magie glauben, was ich Ihnen nicht unterstellen kann, da Sie ja eindeutig versuchen, messbare Belege anzuführen, die dadurch definitionsgemäß im wissenschaftlichen Bereich liegen.
Besonders reizen würde es mich, zu erfahren, mit welcher Methode sich rechtszirkulierendes Wasser von linkszirkulierendem unterscheiden lässt; sind Ihnen irgendwelche Versuche bekannt, in denen es gelungen ist, verblindet, kontrolliert und replizierbar diese Wasserqualitäten zu unterscheiden?
Sie schreiben:
Da ich die beiden genannten Personen nicht eindeutig identifizieren kann, können Sie mir bestätigen, dass es sich um Dr. Diethard Stelzl (mit einem l statt n geschrieben) und Paul Schmidt (mit dt) handelt?
Dass im weiteren der Doktortitel des Herrn Stelzl für Ökonomie und nicht in einem naturwissenschaftlichen Fach vergeben wurde? Dass es sich um den Paul Schmidt handelt, der Gründer der Firma Rayonex war, die radiästhesische Messwerkzeuge vertreibt?
Ist dies der Fall, kann ich davon ausgehen, dass die genannte Studie mit radiästhesischen Untersuchungsmethoden durchgeführt wurde, die meines Wissens noch über keinen Beleg für ihre Validität verfügen, und deswegen allgemein den pseudowissenschaftlichen Untersuchungsmethoden zugerechnet werden? Handelt es sich bei der Studie um einen Doppelblindversuch?
Zudem würde mich interessieren, welche Schwingungsfrequenzen benutzt wurden, wobei ich vermute, dass man sich von 0,5 Hertz ausgehend in 0,5er-Schritten bis 100 Hertz hochgearbeitet hat. Lässt sich dies bestätigen? Und vor allem: Können Sie mir Vergleichswerte für andere Wasser nennen? Denn selbst wenn die vorgenommenen Untersuchungen mit validen Methoden durchgeführt wurden, so ist aus Ihren Angaben noch kein Schluss auf besondere Qualitäten Ihres Wassers möglich, solange man nicht weiß, welche Ergebnisse andere Wasser erzielen.
Daraufhin schreiben Sie:
Da Sie Frau Reitz mit ihrem medizinischen Doktortitel nennen implizieren Sie, dass ihre Untersuchung in ihrer Funktion als Medizinerin durchgeführt wurde. Da das kinesiologische Verfahren nicht im Bereich der Schulmedizin angesiedelt ist, für die dieser Doktortitel vergeben wurde, sehen Sie nicht die Gefahr, dass Ihr Text fehlinterpretiert werden könnte als eine Bestätigung der Wirkung ihres Wassers aus schulmedizinischer Sicht? Die Tatsache, dass jemand einen Doktortitel auf irgendeinem Gebiet hat, besagt ja noch nicht, dass jede seiner Aussagen dem Konsens des jeweiligen Fachgebiets entspricht.
Und würden Sie nicht auch sagen, dass die Tatsache, dass Frau Dr. Reitz in der Liste der Publikationen auf ihrer Website u.a. Zeitschriften wie „Madame“, „Freundin“ oder „Verde“ (die Kundenzeitschrift der Drogeriekette Budnikowski) aufführt noch besonders in Frage stellt, ob sie medizinische, also wissenschaftliche, Aussagen trifft? Wenn sie als Medizinerin spricht, sollte man da nicht eher eine Beschränkung auf medizinische Fachartikel erwarten? Wäre es dann nicht weniger irreführend, auf die Nennung des Doktortitels zu verzichten, da man nicht davon ausgehen kann, dass sie hier in ihrer Eigenschaft als Doktor der Medizin agiert? (Schließlich verzichten Sie bei Herrn Stelzl auch auf die Angabe, welchen Doktortitel er innehat; wobei in diesem Fall Ihnen klar sein sollte, dass oberflächliches Lesen Ihres Textes bei den meisten Menschen die Vorstellung auslösen könnte, er wäre Mediziner.)
Gegen Ende Ihrer Beschreibung kommt:
Inwiefern ist es der Wasserqualität zuträglich, wenn die von Ihnen beschriebenen Vorgehensweisen eingehalten werden? Gibt es überhaupt eine Möglichkeit, zu messen und festzustellen, ob ein Wasser per Hand abgefüllt wurde? Wenn ja, welche? Entsprechendes würde ich gerne für die Verwendung elektrischer Apparate wissen.
Und was ist in der Praxis der Unterschied zwischen natürlichem und künstlichen Druck? Genauer gesagt, inwiefern sollte sich künstlich erzeugter Druck auf Wasser anders auswirken als natürlicher? Das ist vor allem unter dem Aspekt, dass Wasser aus einem artesischen Brunnen (wie das Ihrige) in der Natur unter einem gewaltigen Druck steht, eine wichtige Frage.
Außerdem: Welche natürlichen Strukturen werden bewahrt? Soweit ich weiß bildet flüssiges Wasser zwar Strukturen im molekularen Bereich, aber deren Lebensdauer ist im Bereich von Picosekunden angesiedelt. Sollte es Ihnen möglich sein, einen Nachweis für einen Bestand dieser Strukturen über einen Zeitraum von der Abfüllung Ihres Wassers bis zum Verbrauch zu liefern, so wäre das ein gewaltiger wissenschaftlicher Durchbruch. Und damit sehr im Interesse der Öffentlichkeit, wenn Sie ihn präsentieren würden. Existiert eine derartige Publikation schon?
Ich hoffe auf Ihre baldige Antwort, um meine Fragen beantwortet zu bekommen. Im Übrigen möchte ich darauf aufmerksam machen, dass ich mein Schreiben an Sie als offenen Brief betrachte, und jede Antwort Ihrerseits, solange Sie dem nicht ausdrücklich widersprechen, als zur Veröffentlichung freigegeben.
Mit bestem Dank im Voraus für Ihre, in Anbetracht der Menge meiner Fragen bestimmt nicht unerheblicher, Mühen
Herbert Hartmann
Dies ist das Ende meiner Mail an „Lebensfreude Messen“. Sollte ich eine Antwort erhalten, werde ich sie unverzüglich hier veröffentlichen. Bis dahin jedoch möchte ich jeden Leser bitten, falls er sich aufgrund meiner Fragen ein Urteil gebildet hat, dieses aus Gründen der Fairness als vorläufig zu betrachten. Denn als strenger Verfechter der wissenschaftlichen Methode würde ich nie vollständig ausschließen, dass ich mich irre. Werden meine erwähnten Kritikpunkte nicht aus der Welt geschafft, weil die Antwort ausweichend und unbefriedigend ist, so muss ich aber selber davon ausgehen, dass man meiner Meinung nichts entgegensetzen kann. Was natürlich auch folgt, wenn nach einer angemessenen Zeit keinerlei Antwort kommt. Irgendwann darf man „keine Antwort ist auch eine Antwort“ sagen...
Ich bin sehr versucht, mich als Besucher dorthin zu begeben, denn aufgrund der Informationen, die ich der Lebensfreude Website entnehmen konnte, scheint sich dort der deutsche Esoterikmarkt hochkonzentriert zu präsentieren, was in meinen Augen einen nicht zu vernachlässigenden Unterhaltungswert verspricht. Wer wäre nicht neugierig darauf, was unter einem „Wellness-Schwert“, wie es ein Aussteller dort anbieten will, zu verstehen ist?
Leider kann das aber keine ungetrübte Unterhaltung darstellen, dazu nehme ich das Thema zu ernst. Was auch immer an esoterischen Produkten und Dienstleistungen angeboten wird, es muss in eine von drei Kategorien fallen:
1.) Angebote, die sinnvoll sind, obwohl ich nicht nachvollziehen kann, auf welche Weise sie das zustande bringen sollen.
2.) Angebote, die aus fester Überzeugung von ihrer Wirkung durch gutgläubige Händler und Dienstleister gemacht werden, welche zwar keinen Effekt haben, aber ohne dass es diesen Anbietern bewusst ist. Diese Anbieter wären dann zugleich Opfer und Täter des Esoterikmarktes.
3.) Angebote, von denen diejenigen, die sie verbreiten, genau wissen, dass sie Humbug sind; aber die aus rein finanziellen Gründen trotzdem auf dem Markt verbreitet werden.
Ich habe sehr den Eindruck, dass die beiden letztgenannten Kategorien den Großteil dessen ausmachen werden, was diese Messe zu bieten haben wird.
Da es mir im Vorfeld unmöglich ist, mich über die Unzahl von Anbietern ausführlich zu informieren, schaute ich mir ein Produkt, welches vom Veranstalter der Messe selber vertrieben wird, etwas näher an. Die erste der oben genannten Möglichkeiten kann ich für das Lebensfreudewasser (Link zur Website) nun mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen.Der Text, der dort zur Beschreibung des Wassers veröffentlicht wurde, wirft bei mir nur Fragen auf.
(Nachträglich möchte ich meinen Eindruck revidieren, siehe diesen Post)
Es gibt eine Reihe von Techniken, die gerne benutzt werden, um esoterisches Gedankengut in der Öffentlichkeit positiv darzustellen. Zum Beispiel, sich auf Experten zu berufen (die jedoch häufig nur in Esoterikerkreisen als solche gelten, wer überprüft das schon?); Experten aus anderen Gebieten zu zitieren, die von der Materie auch nicht mehr Ahnung haben, als jeder x-beliebige Laie, von denen man sich aber erhofft, dass sie den Eindruck erwecken, sie würden als Fachleute der Esoterik sprechen (der gleiche Grund, warum immer wieder gerne Prominente in der Werbung eingesetzt werden); deplazierter Einsatz von Reizworten mit positiver Konnotation (je unnatürlicher eine Sache ist, desto lieber wird sie als „natürlich“ bezeichnet, und „ganzheitlich“ bedeutet in der Regel, dass fast alles, das die Menschheit an Fakten erfahren hat, ausgeklammert werden muss); die Verwendung von Worten und Formulierungen, die einfach ad hoc frei erfunden werden, bei näherer Betrachtung keinen Inhalt haben, und deswegen auch nicht widerlegbar sind. Und dann natürlich noch der gezielte Einsatz von weiteren Trugschlüssen, wie zum Beispiel des ad populum-Argumentes (ich habe Recht, weil so viele Leute meiner Meinung sind) oder des Arguments der negativen Konsequenz (wenn ich mich irre, wäre das unangenehm für uns alle, also irre ich mich nicht).
Ob und inwieweit bei der Vorstellung dieses Lebensfreude Wassers solche Methoden verwendet werden ist etwas, das jeder für sich selber entscheiden kann. Ich für meinen Teil fand eine Adresse, an die man Fragen richten soll, und schickte unten wiedergegebene Mail ab, in der ich die wichtigsten meiner Zweifelsgründe ansprach.
Meine Mail:
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich bin sehr erfreut, auf Ihrer Homepage bei dem Angebot Ihres Lebensfreude Wassers eine Möglichkeit und Aufforderung zum Erfragen weiterer Details vorzufinden.
Insbesondere, da ich gleich offen zugeben will, dass ich äußerst skeptisch bin, was die beschriebenen Eigenschaften dieses Wassers betrifft. Aber genau deswegen schreibe ich Ihnen ja, um Ihnen die Möglichkeit zu geben, meine Zweifel aus der Welt zu schaffen.
Sie schreiben:
Mit Beginn der Entstehung der Alpen wurden die verschiedensten Gesteinsschichten über einen Zeitraum von etwa 100 Millionen Jahren mit intensiver Sonnenenergie aufgeladen. Daher rührt auch das aussergewöhnlich hohe Energieniveau des Lebensfreude WASSERsMeine Fragen dazu:
Was habe ich hier unter „Energieniveau“ zu verstehen? Um welche Form von Energie soll es sich handeln, mit welcher Methode wird sie gemessen? Können Sie mir einen quantitativen Vergleich mit dem „Energieniveau“ anderer Wasser nennen? Und nicht zuletzt: Inwiefern spielt hier die Sonnenenergie eine Rolle, da doch die Sonne in den letzten 100 Millionen Jahren nicht ausschließlich auf die Alpen schien, sondern auf die ganze Erde, und im Schnitt, zumindest auf alle Orte ähnlicher geographischer Breite, vergleichbar intensiv? Mir scheint die Höhe der Alpen und die dadurch geringere Dicke der darüberliegenden Atmosphäre die einzige denkbare Interpretation. Können Sie mir dies bestätigen?
Sie schreiben:
Meine Fragen:Wer den Rhythmus des Wassers versteht, dem sollte bewusst sein, dass „reifes Wasser“ nur an besonderen Stellen der Erde freiwillig (artesisch) an die Erdoberfläche kommt. Lebensfreude WASSER ist ein reifes Wasser und es verfügt daher über alle natürlichen Eigenschaften, die es auf seinem langen Weg durch das Gestein und das Erdreich aufgenommen und gespeichert hat
Statt einer näheren Erklärung beziehen Sie sich auf ein vorausgesetztes Verständnis für den „Rhythmus des Wassers“; darüber verfüge ich nicht, und habe auch nicht die geringste Vorstellung, was gemeint sein könnte. Was ist der „Rhythmus des Wassers“?
Desweiteren bin ich verwirrt durch die Verwendung des Begriffs „freiwillig“: Unterstellen Sie dem Wasser einen freien Willen? Und inwiefern kann von freiwillig die Rede sein, da in einem artesischen Brunnen das Wasser durch Druck nach dem Prinzip der kommunizierenden Gefäße zur Oberfläche gelangt? Mir scheint es nach den Gesetzen der Physik keine andere Wahl zu haben, also sehe ich nicht, wie dies freiwillig geschehen kann.
In diesem Zusammenhang möchte ich Sie bitten, auch folgendes klarzustellen: Soweit ich informiert bin, dringt Wasser artesisch nur in künstlich angelegten Brunnen an die Oberfläche. Zum einen schränkt das die „Freiwilligkeit“ noch weiter ein, da ein Eingriff durch den Menschen notwendig ist, das Wasser also nicht völlig auf natürlichem Weg zutage tritt; zum anderen verwenden Sie den Begriff „Quelle“, um die Herkunft des Wassers zu bezeichnen. Stammt es nun aus einem Brunnen oder einer Quelle?
Abgesehen von der genauen Bedeutung des Wortes „freiwillig“: Da mir „reifes Wasser“ nicht genügend definiert erscheint, lassen Sie mich fragen: Ist diese Freiwilligkeit des Wassers eine notwendige Voraussetzung für „reifes Wasser“? Oder gar eine ausreichende? Ebenso umgekehrt, ist also die Freiwilligkeit die Folge der Reife oder die Reife Folge der Freiwilligkeit?
Im Allgemeinen spricht man bei Eigenschaften nicht davon, dass sie aufgenommen und gespeichert werden; diese Verben beziehen sich eher auf Information. Daher meine Frage: Verändert das Wasser Ihrer Ansicht nach tatsächlich seine Eigenschaften? Im Sinne von: Verändern die Wassermoleküle ihre Qualität, ohne sich chemisch zu verändern und damit aufzuhören, Wasser zu sein? Ihre Worte scheinen mir dies anzudeuten, vorstellen kann ich mir das jedoch nur schwer.
Sie schreiben:
Eine wichtige Aufgabe von Wasser ist auch, den Körper von Schadstoffen frei zu spülen und Ablagerungen heraus zu transportieren. Diese Aufgabe kann Wasser am besten erfüllen, wenn es wenige Mineralien enthält. Lebensfreude WASSER zeichnet sich durch einen geringen Anteil an gelösten Mineralien (130 TDS) aus. Es ist insbesondere sehr natriumarmMeine Fragen:
Wäre mit Ihrer Argumentation diesbezüglich nicht destilliertes Wasser zu empfehlen?
Wie hoch ist der Natriumanteil genau?
Die Formulierung „Anteil an gelösten Mineralien (130 TDS)“ scheint mir erklärungswürdig. Da ich kein Chemiker bin, lassen Sie mich bitte meine Interpretation darstellen, mit der Bitte um Korrektur, sollte ich mich irren. TDS steht für „total dissolved solids“, ist also inhaltsidentisch mit „Anteil an gelösten Mineralien“. Das würde bedeuten, dass der Wert 130 ohne Maßeinheit angegeben wird. Es entspricht in etwa einer Aussage wie „das Gewicht dieses Objektes beträgt 130“, ohne zu sagen, ob sich diese Zahl auf Gramm, Kilogramm, Pfund, Zentner, metrische Tonnen, Unzen oder sonst eine Maßeinheit bezieht. Technisch gesehen würde Ihre Aussage, immer unter der Voraussetzung, dass ich mich nicht irre, frei von jedem Inhalt sein. Meine Frage nun: obwohl ich davon ausgehe, dass Sie vermutlich 130 mg/Liter meinen, wäre von einem Vertreiber von Mineralwasser nicht zu erwarten, dass so ein Fehler vermieden werden kann? Und ist, so es denn ein Fehler sein mag, dies (ähnlich wie die gegebenenfalls stattgefundene Verwechslung von „Quelle“ und „Brunnen“) nicht ausreichend Grund, an der Seriosität beziehungsweise der Fachkenntnis eines Anbieters zu zweifeln?
Sie schreiben weiter:
Die dem Wasser aufgeprägten Informationen des am Quellort befindlichen Rotationsschwingungsmusters bestimmen die Qualität des Wassers. Spricht man von rechtsdrehendem Wasser, so ist gemeint, dass das Wasser energetisierend, belebend und kräftigend wirkt. Lebensfreude WASSER ist ein rechtszirkulierendes WasserMeine Fragen:
Was ist ein Rotationsschwingungsmuster?
Da eine Suche mit Google.de auf lediglich zwei Nennungen dieses Begriffes stieß, kann ich nicht davon ausgehen, dass man dieses Wort als allgemein üblich betrachten kann, und deswegen besteht eine erhöhte Notwendigkeit, klar darzustellen, was das Wort in Ihren Augen besagt. (Um auf einen Vergleichswert zu kommen habe ich, ohne auf die Tastatur zu blicken, einige zufällige Buchstabenkombinationen in Google eingegeben, um die Anzahl der gefundenen Ergebnisse mit der für Rotationsschwingungsmuster zu vergleichen. Die kleinste Anzahl von Treffern erzielte ich bei „djjzj“ mit 485, die höchsten befanden sich im fünfstelligen Bereich.) Sollte dieses Wort keine allgemein gültige Definition haben, muss ich auch diese Aussage leider als inhaltslos betrachten.
Im übrigen würde mich interessieren, welche Information das Wasser genau tragen soll und durch welchen Mechanismus sich diese Information auswirken kann. Selbst wenn das Wasser eine Information trägt, was ich offen gesagt bezweifle, aber um der Argumentation willen hier als gegeben annehme, wie wirkt sie sich aus? Ich kann zum Beispiel in die Butterschicht eines Butterbrotes Worte ritzen, somit eindeutig nachweisbare Information darauf übertragen, ohne dass ich deswegen davon ausgehen muss, dass der Nährwert oder sonstige biologische Auswirkungen davon betroffen sind und verändert werden. Täte ich dies, so würde ich an Magie glauben, was ich Ihnen nicht unterstellen kann, da Sie ja eindeutig versuchen, messbare Belege anzuführen, die dadurch definitionsgemäß im wissenschaftlichen Bereich liegen.
Besonders reizen würde es mich, zu erfahren, mit welcher Methode sich rechtszirkulierendes Wasser von linkszirkulierendem unterscheiden lässt; sind Ihnen irgendwelche Versuche bekannt, in denen es gelungen ist, verblindet, kontrolliert und replizierbar diese Wasserqualitäten zu unterscheiden?
Sie schreiben:
Dr. Diethard Stenzl, Villach / Austria, hat in einer mehrwöchigen Studie mit Probanden festgestellt, dass das Lebensfreude WASSER eine Vielzahl unterschiedlicher Schwingungsfrequenzen aufweist, die harmonisierend und ausgleichend auf genau die Körperbereiche (Paul Schmid: Steuerplan des menschlichen Körpers) wirken, die über die gleichen Schwingungsfrequenzen verfügen. Das Lebensfreude WASSER reagierte auf 181 von 200 verwendeten Frequenzwerten im Bereich von 0,5 bis 100 Hertz. Es hat damit ein sehr breites Wirkungsspektrum, das das Wohlbefinden steigern und eventuelle Befindlichkeitsstörungen reduzieren, oder sogar beheben kannMeine Fragen:
Da ich die beiden genannten Personen nicht eindeutig identifizieren kann, können Sie mir bestätigen, dass es sich um Dr. Diethard Stelzl (mit einem l statt n geschrieben) und Paul Schmidt (mit dt) handelt?
Dass im weiteren der Doktortitel des Herrn Stelzl für Ökonomie und nicht in einem naturwissenschaftlichen Fach vergeben wurde? Dass es sich um den Paul Schmidt handelt, der Gründer der Firma Rayonex war, die radiästhesische Messwerkzeuge vertreibt?
Ist dies der Fall, kann ich davon ausgehen, dass die genannte Studie mit radiästhesischen Untersuchungsmethoden durchgeführt wurde, die meines Wissens noch über keinen Beleg für ihre Validität verfügen, und deswegen allgemein den pseudowissenschaftlichen Untersuchungsmethoden zugerechnet werden? Handelt es sich bei der Studie um einen Doppelblindversuch?
Zudem würde mich interessieren, welche Schwingungsfrequenzen benutzt wurden, wobei ich vermute, dass man sich von 0,5 Hertz ausgehend in 0,5er-Schritten bis 100 Hertz hochgearbeitet hat. Lässt sich dies bestätigen? Und vor allem: Können Sie mir Vergleichswerte für andere Wasser nennen? Denn selbst wenn die vorgenommenen Untersuchungen mit validen Methoden durchgeführt wurden, so ist aus Ihren Angaben noch kein Schluss auf besondere Qualitäten Ihres Wassers möglich, solange man nicht weiß, welche Ergebnisse andere Wasser erzielen.
Daraufhin schreiben Sie:
Die Hamburger Ärztin Dr. med. Sonja Reitz stellt in einem Body-Mind-Soul® kinesiologischen Gutachten fest, dass das Lebensfreude WASSER seine besondere Wirksamkeit im Bereich der Regeneration hat.Meine Fragen hierzu lauten:
Da Sie Frau Reitz mit ihrem medizinischen Doktortitel nennen implizieren Sie, dass ihre Untersuchung in ihrer Funktion als Medizinerin durchgeführt wurde. Da das kinesiologische Verfahren nicht im Bereich der Schulmedizin angesiedelt ist, für die dieser Doktortitel vergeben wurde, sehen Sie nicht die Gefahr, dass Ihr Text fehlinterpretiert werden könnte als eine Bestätigung der Wirkung ihres Wassers aus schulmedizinischer Sicht? Die Tatsache, dass jemand einen Doktortitel auf irgendeinem Gebiet hat, besagt ja noch nicht, dass jede seiner Aussagen dem Konsens des jeweiligen Fachgebiets entspricht.
Und würden Sie nicht auch sagen, dass die Tatsache, dass Frau Dr. Reitz in der Liste der Publikationen auf ihrer Website u.a. Zeitschriften wie „Madame“, „Freundin“ oder „Verde“ (die Kundenzeitschrift der Drogeriekette Budnikowski) aufführt noch besonders in Frage stellt, ob sie medizinische, also wissenschaftliche, Aussagen trifft? Wenn sie als Medizinerin spricht, sollte man da nicht eher eine Beschränkung auf medizinische Fachartikel erwarten? Wäre es dann nicht weniger irreführend, auf die Nennung des Doktortitels zu verzichten, da man nicht davon ausgehen kann, dass sie hier in ihrer Eigenschaft als Doktor der Medizin agiert? (Schließlich verzichten Sie bei Herrn Stelzl auch auf die Angabe, welchen Doktortitel er innehat; wobei in diesem Fall Ihnen klar sein sollte, dass oberflächliches Lesen Ihres Textes bei den meisten Menschen die Vorstellung auslösen könnte, er wäre Mediziner.)
Gegen Ende Ihrer Beschreibung kommt:
Einem derart wertvollen Naturprodukt gebührt höchste Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Sorgfalt und schonende Behandlung sind daher notwendig, um Frische, Natürlichkeit und ursprüngliche Strukturen zu bewahren. Daher wird das Lebensfreude WASSER rein mechanisch, ohne jeglichen künstlichen Druck, von Hand verarbeitet. Elektrisch betriebene Apparate und Gerätschaften finden bei der Abfüllung von Lebensfreude WASSER keinerlei Anwendung. Aufbereitungsverfahren oder Zusätze sind entbehrlich. Natürlicher kann ein Wasser kaum seinMeine Fragen:
Inwiefern ist es der Wasserqualität zuträglich, wenn die von Ihnen beschriebenen Vorgehensweisen eingehalten werden? Gibt es überhaupt eine Möglichkeit, zu messen und festzustellen, ob ein Wasser per Hand abgefüllt wurde? Wenn ja, welche? Entsprechendes würde ich gerne für die Verwendung elektrischer Apparate wissen.
Und was ist in der Praxis der Unterschied zwischen natürlichem und künstlichen Druck? Genauer gesagt, inwiefern sollte sich künstlich erzeugter Druck auf Wasser anders auswirken als natürlicher? Das ist vor allem unter dem Aspekt, dass Wasser aus einem artesischen Brunnen (wie das Ihrige) in der Natur unter einem gewaltigen Druck steht, eine wichtige Frage.
Außerdem: Welche natürlichen Strukturen werden bewahrt? Soweit ich weiß bildet flüssiges Wasser zwar Strukturen im molekularen Bereich, aber deren Lebensdauer ist im Bereich von Picosekunden angesiedelt. Sollte es Ihnen möglich sein, einen Nachweis für einen Bestand dieser Strukturen über einen Zeitraum von der Abfüllung Ihres Wassers bis zum Verbrauch zu liefern, so wäre das ein gewaltiger wissenschaftlicher Durchbruch. Und damit sehr im Interesse der Öffentlichkeit, wenn Sie ihn präsentieren würden. Existiert eine derartige Publikation schon?
Ich hoffe auf Ihre baldige Antwort, um meine Fragen beantwortet zu bekommen. Im Übrigen möchte ich darauf aufmerksam machen, dass ich mein Schreiben an Sie als offenen Brief betrachte, und jede Antwort Ihrerseits, solange Sie dem nicht ausdrücklich widersprechen, als zur Veröffentlichung freigegeben.
Mit bestem Dank im Voraus für Ihre, in Anbetracht der Menge meiner Fragen bestimmt nicht unerheblicher, Mühen
Herbert Hartmann
Dies ist das Ende meiner Mail an „Lebensfreude Messen“. Sollte ich eine Antwort erhalten, werde ich sie unverzüglich hier veröffentlichen. Bis dahin jedoch möchte ich jeden Leser bitten, falls er sich aufgrund meiner Fragen ein Urteil gebildet hat, dieses aus Gründen der Fairness als vorläufig zu betrachten. Denn als strenger Verfechter der wissenschaftlichen Methode würde ich nie vollständig ausschließen, dass ich mich irre. Werden meine erwähnten Kritikpunkte nicht aus der Welt geschafft, weil die Antwort ausweichend und unbefriedigend ist, so muss ich aber selber davon ausgehen, dass man meiner Meinung nichts entgegensetzen kann. Was natürlich auch folgt, wenn nach einer angemessenen Zeit keinerlei Antwort kommt. Irgendwann darf man „keine Antwort ist auch eine Antwort“ sagen...
Abonnieren
Posts (Atom)
